Weiterbildung
Weiterbildung
Lernen im Alter ist mehr als eine Modeerscheinung. Es kann Freizeitbeschäftigung oder sogar eine Lebensbereicherung sein, wenn man endlich die ersehnte Fremdsprache erlernt oder eine Bildungsreise unternimmt. Auch weitere Bildungsabschlüsse, Studiengänge oder sogar ein neuer Beruf, aus der Berufung heraus, können Erfüllung bringen. Egal was oder wie viel Sie machen, ob mit Abschluss oder ohne: Weiterbildung macht auch in fortgeschrittenem Alter Sinn! Haben Sie keine Angst, dass Sie zu alt sind, Neues zu lernen.
Die moderne Lernforschung hat längst bewiesen, dass ältere Menschen zwar eine längere Aufwärmphase brauchen, um wieder in den Lernprozess einzusteigen, dafür lernen sie aber aufgrund ihrer Lebenserfahrung und der Art wie sie Neues mit Bekanntem verknüpfen können, nachher häufig genauso schnell. Das bedeutet, dass ein Gehirn, wenn es gesund ist und gefordert wird, bis ins hohe Alter hinein sehr leistungsfähig sein kann. Natürliche Abbauprozesse des Gehirns können sogar verzögert oder eingedämmt werden. Je nach persönlicher Zielsetzung, Bildungsstätte und Bundesland gelten für Weiterbildungsmaßnahmen unterschiedliche Teilnahmebedingungen und Gebühren. Neben Veranstaltungen, die bestimmte Zugangsvoraussetzungen oder Qualifikationen, z.B. Abitur, erfordern, gibt es viele Angebote, die allen Interessenten offen stehen. Zudem kann auch eine langjährige Berufserfahrung oder ein ehrenamtliches Engagement zum Türöffner für eine Weiterbildungsmaßnahme in einem gewünschten Fachbereich werden. Universität / Hochschule In Deutschland gibt es mehrere Möglichkeiten, das Bildungsangebot einer Universität oder Hochschule zu nutzen. Die folgenden Formen finden sich bundesweit, aufgrund der föderalistischen Organisation der Bildung jedoch mit länderspezifischen Abweichungen. Für Einzelheiten zu bestimmten Studienvorhaben, anfallenden Gebühren und zum Verfahren der Einschreibung wendet man sich am besten an die Studienberatung der jeweiligen Hochschule vor Ort. Besuch von (Ring-) Vorlesungen: Diese Veranstaltungen sind in der Regel für alle Interessenten offen, d.h. es ist keine Einschreibung oder Voranmeldung nötig und es fallen keine Teilnahmegebühren an. Vollstudium: Hierzu muss man sich als „ordentlicher Student“ für ein bestimmtes Fach einschreiben (immatrikulieren) und die fachspezifischen Inhalte werden vorgeschrieben. Je nach Studiengang und –ort kann es Zulassungsbeschränkungen, Wartezeiten oder abweichende Qualifizierungs-Anforderungen geben. Am Ende eines Vollstudiums steht eine Hochschulprüfung an, die bei Erfolg zu einem Hochschulabschluss, z.B. Staatsexamen, Diplom, Magister- oder Master-Titel führt. Gasthörer: Der Gasthörerstatus ermöglicht die Teilnahme an ausgewählten Veranstaltungen des Bildungsangebots einer Fachrichtung oder am fächerübergreifenden Studium Generale. Gasthörerschaft gibt es bundesweit an allen Universitäten. In den meisten Bundesländern ist keine Mindestqualifikation nötig, man muss sich jedoch als Gasthörer einschreiben und die Gasthörer-Gebühr der gewählten Hochschule entrichten. Weder Studieninhalte noch Studiendauer sind verbindlich vorgeschrieben, so dass die Studiengestaltung vom eigenen Interesse und Anspruch abhängt. Seniorenstudium: Hierbei handelt es sich um ein spezielles Gasthörer-Studium, das je nach Hochschule durch spezielle Beratungs- oder Orientierungsveranstaltungen für Senioren ergänzt wird. Wie bei einem Gasthörer-Studium fallen hier Gebühren der jeweiligen Hochschule an. In Einzelfällen gibt es auch eine reduzierte Gasthörer-Gebühr für Senioren. Mit Abschluss Wer sich für einen Studienabschluss an der Universität interessiert, sollte sich klar machen, dass er damit ein Vollstudium vor sich hat, das eine berufliche Qualifikation oder Zusatzqualifikation zum Ziel hat. Das hat zur Folge, dass er sich alle für den gewählten Studiengang vorgeschriebenen Inhalte erarbeiten muss und sich für mehrere Jahre verpflichtet. Trotzdem kann für den ein oder anderen ein Vollstudiengang in Frage kommen. Sei es, dass er es einfach noch einmal wissen will, sei es, dass er sich zum Ende seines Arbeitslebens einen Lebenstraum erfüllt und vielleicht doch noch seinen Wunschberuf erlernen will. Um einen Vollstudiengang an einer Hochschule absolvieren zu dürfen, muss man die Zugangsvoraussetzung für den gewählten Studiengang erfüllen. Nicht immer ist dafür die allgemeine Hochschulreife, also das Abitur, nötig. Viele technische, kaufmännische oder sozialwissenschaftliche Studiengänge setzen stattdessen die Fachhochschulreife oder einen Lehrberuf und Berufserfahrung voraus. Fehlt Ihnen die notwendige Schlüsselqualifikation zur Hochschulberechtigung, können Sie Ihre Schulbildung zuerst ergänzen oder in einem persönlichen Gespräch mit der Hochschule klären, ob oder unter welchen Voraussetzungen ein Quereinstieg möglich ist. Je nach Studiengang gilt es regelmäßige Leistungsnachweise und/oder Endprüfungen zu bestehen. Wählt man einen Fernstudiengang, kann man in der Regel von zuhause aus arbeiten. Bei den regulären Studiengängen an der Universität gilt allerdings bei vielen Veranstaltungen Anwesenheitspflicht und man wird meist mit 20-30jährigen Studenten in Vorlesungen und Seminaren sitzen und mit ihnen gemeinsam auch die geforderten Prüfungen ablegen.